Unterallgäu/ Uganda: Delegation besucht Schulprojekt „Hilfe für Kinder in Uganda“

Unterallgäu/ Uganda: Delegation besucht Schulprojekt „Hilfe für Kinder in Uganda“
2015-03-27 Uganda-Schulhaus

Unterallgäu/Uganda Ssanda. „Kommt meine Spende an?“ Eine Delegation aus dem Unterallgäu wollte es genau wissen und besuchte für neun Tage das Schulprojekt des Vereins „Hilfe für Kinder in Uganda e.V.“ – mit dabei waren Vereinsvorsitzender Reinhold Reinöhl, Landrat Hans-Joachim Weirather und seine Frau Hermine, Daniel Ehrmann, Werner Nisseler, Angela und Hans Lohr und August Sonntag. Weil sich die Gäste auch von der Qualität des Unterrichts überzeugen wollten, drückten sie in ihrem Urlaub die Schulbank.

Den Verein „Hilfe für Kinder in Uganda“ gibt es seit 1998. Als Sommervertretung kam damals Pater Dr. Lawrence Ssemusu aus Uganda in die Gemeinde Kettershausen. Er erzählte von der überfüllten St.-Kizito Grundschule in seiner Heimat, einige Kilometer entfernt von der Haupt-stadt Kampala. Im Unterallgäu fand er sogleich Mitstreiter. Seither hat sich viel getan: Aus der kleinen Grundschule im Busch wurde ein große Schulanlage, wo inzwischen insgesamt rund 1000 Kinder unterrichtet werden. Die Primary School (Grundschule) St.-Kizito wurde renoviert und vergrößert. Außerdem hat der Verein eine weiterführende Schule mit Internat errichtet – das St.-Andrew-College. Derzeit entsteht ein weiteres, vierstöckiges Gebäude für zusätzliche Unter-richtsräume, unter anderem Fachräume für Chemie und Physik, aber auch dringend benötigte Räume für die Lehrer. Der Rohbau steht bereits und so durfte die Delegation aus dem Unterallgäu am großen Richtfest teilnehmen. Viele Ehrengäste waren geladen, unter anderem Minister Denis Walusimbi und der Abgeordnete Balikuddembe Mutebi. Zur Feier des Tages wurde ein Gedenkstein enthüllt, auf dem Vereinsvorsitzender Reinhold Reinöhl namentlich ver-ewigt ist.

Der Verein „Hilfe für Kinder in Uganda“ möchte mehr Platz für die Schüler schaffen. In manchen Schulklassen sitzen über 100 Kinder.
Der Verein „Hilfe für Kinder in Uganda“ möchte mehr Platz für die Schüler schaffen. In manchen Schulklassen sitzen über 100 Kinder.

Auf dem Reiseprogramm standen auch Verhandlungen mit der Deutschen Botschaft. Landrat Weirather konnte die Botschaft dazu bewegen, sich genauer mit der Schule zu befassen. Brigitta Grossinsky, eine Vertreterin der Deutschen Botschaft, kam wenige Tage nach dem Gespräch, um die Schulanlage zu besichtigen. Sie war beeindruckt von der „deutschen Genauigkeit“ des Pro-jekts und sagte Unterstützung zu. Derzeit beantragt der Verein einen Zuschuss für die Einrichtung des neuen Gebäudes.
Wie dringend neue Klassenräume nötig sind, zeigte sich, als die Unterallgäuer Reisegruppe dem Unterricht am St.-Andrew-College beiwohnte. Je nach Fach sind bis zu 116 Schüler in einer Klasse. Insgesamt war der Eindruck des Unterrichts sehr gut – die Lehrpläne seien aktuell, die Lehrer gut ausgebildet und die Schüler motiviert. „Ich fühlte mich in meine Schulzeit zurückversetzt“, resümierte Landrat Weirather nach dem Besuch einer Physikstunde.

2015-03-27 Uganda-Gruppenbild
Unterallgäu/ Uganda: Delegation besucht Schulprojekt „Hilfe für Kinder in Uganda“ Auf dem Programm der Reisegruppe aus dem Unterallgäu stand auch ein Besuch der Nilquellen bei Jinja. Von links: Daniel Ehrmann, Hermine und Hans-Joachim Weirather, Monsignore Lawrence Ssemusu, August Sonntag, Madrine Mkisa, Reinhold Reinöhl und Werner Nisseler.

Die Unterallgäuer besuchten außerdem ein Hospital in Kisubi und brachten diverse Materialien mit wie Einweghandschuhe und Verbände.
Weirather fasst seine Eindrücke der Reise zusammen: „Den Menschen in Uganda Zugang zu Bil-dung zu ermöglichen, ist die beste Unterstützung. Nur mit einer guten Ausbildung können sie ihr Land selbst voran bringen.“

Fakten zum Schulprojekt des Vereins „Hilfe für Kinder in Uganda e.V.“:
– Primary School „St.-Kizito“: Die Grundschule ist staatlich und umfasst die erste bis siebte Klasse. Rund 600 Kinder besuchen derzeit die Schule. Obwohl die Schule staatlich ist, bringt der Staat dafür kaum Geld auf. Also leistet der Verein finanzielle Unterstüt-zung, zum Beispiel in Form von Patenschaften für Schulkinder. Eine Patenschaft kostet 70 Euro pro Jahr. Insgesamt wurden über den Verein bereits 1300 Patenschaften abge-schlossen. Außerdem hilft der Verein, die Schule in Schuss zu halten. Dank der Unter-stützung konnte ein neues Schulgebäude und Toilettenanlagen gebaut werden, außerdem eine Aula mit Küche. Die Lehrerwohnungen und alle Gebäude wurden renoviert. Nun soll das Rektorenhaus wieder bewohnbar gemacht werden. Die Schule hätte noch Kapazitäten, weitere Schüler aufzunehmen. Deshalb sucht der Verein weiter nach Paten.

Die Kinder der Primary School St.-Kizito nehmen begeistert kleine Geschenke, zum Beispiel Blöcke und Bundstifte, von Landrat Hans-Joachim Weirather entgegen.
Die Kinder der Primary School St.-Kizito nehmen begeistert kleine Geschenke, zum Beispiel Blöcke und Bundstifte, von Landrat Hans-Joachim Weirather entgegen.

– Secondary School „St.-Andrew-College“: Am St.-Andrew-College werden die Jahr-gangsstufen acht bis dreizehn unterrichtet. Aufgebaut hat die Schule komplett der Verein „Hilfe für Kinder in Uganda“. 400 Schüler besuchen die Schule; Die meisten leben dort im Internat. Teilweise gibt es auch hier Patenschaften aus Deutschland. Die Kinder be-werben sich darum. Zusammen mit Vertretern der Schule vor Ort entscheidet dann der Verein, ob der Schüler gefördert wird. Ein Schuljahr kostet 330 Euro. Die Schule genießt einen sehr guten Ruf und wurde aufgrund der herausragenden Leistungen der Lehrer be-reits ausgezeichnet.
– Über den Verein „Hilfe für Kinder in Uganda“:
o Alle Vertreter des Vereins arbeiten ehrenamtlich. Spendengelder fließen zu 100 Prozent in das Projekt.
o Möglichkeiten zur Unterstützung sind: Patenschaften (Primary School 70 Euro pro Jahr, Secondary School 330 Euro pro Jahr) oder Spenden an Raiffeisenbank Iller-Roth-Günz, Bankleitzahl: 72 06 97 36, Kontonummer: 1 03 74 98.
o Mehr über den Unterallgäuer Verein unter www.ugandahilfe.de