Unterallgäu: Franz Fakler erhält das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten

Unterallgäu: Franz Fakler erhält das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten

2014-12-23 Ehrung Fakler (2)
Zur Ehrung kamen (vorne von links) Klara und Franz Fakler, Abt Johannes Schaber und Willi Höbel, dritter Bürgermeister von Ottobeuren. Hinten von links: Winfriede Müller vom Krypta-Verein, Hans Mayer von der Katholischen Landvolkbewegung, Robert Fakler, Sohn des Geehrten, Rita Mayer von der Dorfhelferinnenstation, Landrat Hans-Joachim Weirather, Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek, Reinald Scheule, Vorsitzender des Krypta-Vereins, und Altbürgermeister Bernd Schäfer. Foto: Landratsamt Unterallgäu/Eva Büchele

Unterallgäu. Franz Fakler nennt es eine Fügung, ein Geschenk Gottes, dass er als „kleiner Mann“ den Bau einer Krypta unter der Basilika initiieren konnte. Und das war nicht der einzige Grund, warum Landrat Hans-Joachim Weirather dem Ottobeurer kürzlich das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten überreichte.
„Wir reden hier über ein herausragendes Engagement“, betonte Weirather und machte auf zwei besondere Leistungen des Geehrten aufmerksam. Fakler habe früh erkannt, dass Familien oft in Notsituationen geraten, wenn ein Familienmitglied erkrankt. 1965 gründete er deshalb gemeinsam mit weiteren Vertretern der Katholischen Landvolkbewegung die Dorfhelferinnenstation Ottobeuren – laut Weirather eine der ersten im Landkreis. „Sie sind von Haus zu Haus gegangen, haben um Mitglieder geworben und so die Basis für die Grundfinanzierung dieses Projekts gelegt.“ Von 1975 bis 1995, also 20 Jahre lang, war Fakler Vorsitzender der Dorfhelferinnenstation.
Maßgeblich beteiligt war Fakler zudem am Bau der „Bruder Klaus Friedenskrypta“ unter der Ottobeurer Basilika. Der Geehrte berichtete, wie es dazu kam: Er wollte auf seinem Hof im Ottobeurer Ortsteil Halbersberg Urlaub auf dem Bauernhof anbieten, doch er erhielt keine Genehmigung für den Bau eines Ferienhauses. So nahm er sich vor: Sollte es ihm doch gelingen, diesen Traum zu verwirklichen, würde er einen Bildstock für den Friedenspatron Nikolaus von Flüe errichten. Schließlich erhielt Fakler die Baugenehmigung und wollte sein Versprechen wahr machen. Die Idee vom Bildstock reifte zu einer Kapelle und schließlich schlug ihm Pater Hermann Orf vor, im Kartoffelkeller der Basilika eine Krypta zu bauen.
Landrat Weirather beschrieb Faklers damalige Situation: „Diese Idee schien kaum umsetzbar zu sein. Aber mit Hoffnung, Optimismus und vor allem Tatkraft ist Vieles möglich.“ Nachdem das Landbauamt und das Kloster zugestimmt hatten, habe der Geehrte unzählige Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt und weitere Helfer motiviert. Es entstand der „Verein zur Förderung der Bruder-Klaus-Krypta“, in dem Fakler stellvertretender Vorsitzender ist. Laut Weirather konnte die Krypta schließlich ohne Gelder vom Staat oder der Diözese gebaut werden.
Entstanden ist die Krypta in der Zeit des kalten Krieges – ein Ort, um für den Frieden zu beten. „Angesichts der vielen Krisenherde auf dieser Welt ist dieses Thema brandaktuell“, machte der Landrat deutlich.