Risikobau “Neue Priel”- Interessensgemeinschaft bekräftigt Widerstand

Risikobau “Neue Priel”- Interessensgemeinschaft bekräftigt Widerstand Erhöhter Puls in Sachen „Neue Priel“ IG Amendingen NORD vermutet Taktik Einen taktischen Schachzug vermutet die Interessengemeinschaft Amendingen Nord hinter der aktuellen Vorgehensweise der Stadtverwaltung in Bezug auf das geplante Bauvorhaben „Neue Priel“ am nordöstlichen Stadtrand von Amendingen.
Einödweg Nord-Ost, A31 NEUE PRIEL
Risikobau “Neue Priel”- Interessensgemeinschaft bekräftigt Widerstand
Völlig überraschend hat die Verwaltung einige Planzeichnungen des Vorhabens in geringfügigster Weise und ohne nennenswerte Auswirkung auf die Gesamtplanung abgeändert. Die Auslege- und Einwandfrist wurde auf nur zwei Wochen verkürzt. “Dass genau die Mitte der Ferienzeit hierfür ausgewählt wurde, dürfte kein Zufall sondern Kalkül sein”, so Wolfgang Hesser, Sprecher der IG Amenidngen NORD. “Viele Mitbürger befinden sich in Urlaub und haben damit kaum die Möglichkeit, sich erneut gegen diese Minimaländerungen auszusprechen.” Gehen keine Einwände bei der  Verwaltung ein, so könnte eine Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben sein. Trotz Urlaubszeit und kurzer Auslegefrist – 262 Unterschriften Trotz aller Widrigkeiten wurden erneut 262 Unterschriften abgegeben. Das entspricht etwas mehr als zwei Drittel der zuletzt abgegebenen Unterschriften, ist in Anbetracht der ungünstigen Verhältnisse jedoch sehr hoch einzuschätzen. Der Ärger ist durch diese Verfahrensweise bei vielen Betroffenen noch einmal deutlich gestiegen. Risikobau Neue Priel – eine Gefahr für einen ganzen Stadtteil Im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans möchte ein Investor direkt am Ortsrand auf der grünen Wiese sechs viergeschossige Wohnblocks mit Flachdach erstellen. Der Komplex grenzt direkt an Einfamilienhäuser mit Satteldächern an. In den Entwurfsunterlagen der Stadt ist nachzulesen, dass sich dieser massive Baukörper harmonisch in die Umgebungsbebauung einfügt. Bei sonstigen Bauvorhaben legt die Verwaltung offenbar andere Maßstäbe an, wie manche Bürger zu berichten wissen. Besonders dramatisch ist jedoch, dass genau in diesem Bereich ein ganz besonders prekärer Untergrund vorliegt. Die befürchteten extremen Gefahren für die Umgebungsbebauung sind durch ein vorliegendes Gutachten, das die Stadt Memmingen bereits 1998 in Auftrag gegeben hatte, klar bestätigt. Hinzu kommt der Hinweis des Landesamtes für Umwelt auf eine wohl bestehende natürliche Arsenbelastung der Molasseschicht in diesem Gebiet. Diese Pauschalaussage ist zudem durch wissenschaftliche Erkenntnisse belegt. Das diesbezügliche Gefährdungspotential wurde, soweit bekannt, bisher noch nicht näher bestimmt. Vor dem Hintergrund eines 24-seitigen Schriftstücks mit detaillierten Einwendungen vom Frühjahr in Verbindung mit der aktuellen Aktion der Verwaltung verstärkt sich die Frage nach der Ursache und den Hintergründen für diese Verfahrensweise. Argumente, die vereinzelt zu hören waren, klingen standardisiert, abgedroschen und lassen keinerlei sachdienliche Substanz erkennen. Die Betroffenen sind darauf gespannt, was ihnen als nächstes zugemutet wird. “Nachlassen wird der Widerstand jedenfalls nicht”, so Hesser abschließend.