Ottobeuren: In geübter Hand ist die Schilddrüsenoperation eine sichere Operation

Dr  Frehner  Kreisklinik Ottobeuren
Chefarzt Dr. Wolfgang Frehner | Bild: Kreiskliniken Unterallgäu

Ottobeuren: In geübter Hand ist die Schilddrüsenoperation eine sichere Operation

Chefarzt Dr. Wolfgang Frehner spricht an der Kreisklinik Ottobeuren über Schilddrüsenerkrankungen und deren operative Behandlungsmöglichkeiten.
Ottobeuren: Eine Struma oder Kropf bezeichnet eine sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse und zählt zu den Volkskrankheiten. In Deutschland leiden rund 25 % der Bevölkerung an Schilddrüsenproblemen. Bei einem Drittel der arbeitenden Bevölkerung findet man bei genauer Un-tersuchung einen Kropf oder einen Knoten. Senioren sind sogar noch häufiger betroffen. Hier treten Schilddrüsenveränderungen sogar bei jedem Zweiten auf. „Bei Ottobeurens 8000 Einwohnern sagt die Statistik, müssten rund 2000 Menschen Schilddrüsenveränderungen haben“, so Dr. Wolfgang Frehner, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, eingangs.
Die Ursachen liegen zum einen bei einem Mangel an Jod im Trinkwasser. Ein Erwachsener sollte täglich 200 Mikrogramm Jod zuführen. Aber auch Veranlagung und Vererbung spielen bei den Ursachen eine große Rolle. Genauso wie das Geschlecht (Frauen sind häufiger betroffen als Männer) und das Alter.
Die gesunde Schilddrüse liegt in einer Art Schmetterlingsform im vorderen Halsbereich vor der Luftröhre. Hinten an der Schilddrüse befinden sich vier reiskorngroße Nebenschilddrüsen. Diese regulieren den Kalziumstoffwech-sel.
Die Schilddrüse produziert Schilddrüsenhormone. Diese wirken sich auf fast jedes Organ des Körpers aus: Gehirn, Herzkreislauf, Wachstum und Reifung der Knochen, Grundumsatz, Körpertemperatur und Skelettmuskulatur.

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Die Produktion des Schilddrüsenhormons wird vom Gehirn gesteuert und kontrolliert. Bilden sich in der Schilddrüse jedoch sogenannte heiße Knoten, funktioniert dieser Regel-kreislauf nicht mehr. Die heißen Knoten können dann unkontrolliert Schilddrüsenhormone ins Blut auswerfen und lassen sich nicht mehr vom Gehirn steuern. Die vermehrten Schilddrüsenhormone können in der Folge beispielsweise zu Herzrhythmusstörungen führen oder eine vermehrte Reizbarkeit und Nervosität verursachen.
Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse ermittelt die Größe der Schilddrüse und mögliche Knoten. Weiterführende Untersuchungen wie die Szintigrafie oder eine Blutabnahme geben Gewissheit über die Art der Schilddrüsenerkrankung.
In frühen Stadien der Erkrankung kann eine medikamentöse Behandlung oder bei heißen Knoten alternativ eine Radiojodtherapie eingeleitet werden. Jedoch kann oft nur eine Operation eine vollständige Heilung bewirken. Dr. Frehner empfiehlt seinen Patienten die Operation, wenn ein Befund mit vielen Knoten und Beschwerden (z.B. Luftnot, Schluckbeschwerden oder Enge-Gefühl im Hals) vorliegt, wenn der Kropf Funktionsstörungen macht und immer bei Verdacht auf Bösartigkeit. Der Protzentsatz von bösartigen Befunden ist zum Glück gering und hat sehr gute Heilungschancen, beruhigte der Chefarzt.
Bei Schilddrüsenoperationen spielt Erfahrung eine wichtige Rolle. In den Händen eines erfahrenen Operateurs stellt eine Schilddrüsenoperation eine sehr sichere Operation mit einer geringen Komplikationsrate dar, betonte der Mediziner. Zusätzlich hilft modernste Medizintechnik. So lässt sich noch unter Operationsbedingungen die Funktion des Stimmbandnervs durch ein sogenanntes Neuromonitoring überprüfen. Dabei wird eine elektrische Stimmgabel an den Nerv gehalten, der die Unversehrtheit des Nerven signalisiert.
Aber auch nach kompletter Schilddrüsenentfernung ist ein Leben ohne Schilddrüse problemlos möglich, erklärte Dr. Frehner abschließend. Um den Betroffenen die Voraussetzungen für eine komplikationsarme Operation zu schaffen, führen an der Kreisklinik Ottobeuren nur wenige, hocherfahrene Operateure Schilddrüsenoperationen durch.
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