Konjunkturbericht: volle Auftragsbücher bei schwäbischen Handwerksbetrieben



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Die schwäbischen Handwerksbetriebe sind weiter gut gelaunt. Besonders hoch ist die Zufriedenheit im Bau- und Ausbaugewerbe. Dicke Auftragspolster sorgen für eine hohe Auslastung und lassen die Handwerksunternehmen zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Pressekonferenz HWK
Pressekonferenz:(v.l.) Alexander Legowski, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des ZDH, Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH und Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben. / © HWK-Schwaben

Anhaltend hohe Zufriedenheit

Die Stimmung im schwäbischen Handwerk ist weiter optimistisch. 87 % der befragten Betriebe geben zufriedenstellende Bewertungen ihrer Geschäfts­lage ab. Im Vergleich zum Vorquartal ist das ein leichter Rückgang um 3 Prozentpunkte. Im Vorjahr fiel der – saisonübliche – Rückgang allerdings noch deutlicher aus. Die höchsten Zufriedenheitswerte erreicht das Bau- und Ausbaugewerbe. Der Anteil der positiven Stimmen liegt bei rund 90 %. Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, die Dienstleistungs- und Nahrungs­mittelhandwerke sowie das Kfz-Handwerk melden solide Werte zwischen 80 % und 85 %.

Vollere Auftragsbücher

Der Auftragsbestand zeigt nach oben. Im Durchschnitt reichen die Aufträge für 6,9 Wochen. Das ist fast eine Woche mehr als noch im Vorquartal und entspricht in etwa dem Niveau des Vorjahres. Zudem zeichnet sich bei den Auftragseingängen eine stärkere Dynamik ab. Mehr als jedes fünfte Unter­nehmen meldet eine Steigerung. Der handwerkliche Arbeitsmarkt zeigt sich dagegen noch zögerlich. Zwar konnten 11 % der Betriebe neue Mitarbeiter einstellen, 15 % mussten jedoch Stellen abbauen. Insgesamt ist die Beschäf­tigtenzahl um 0,3 % zurückgegangen.

Schwächere Umsätze

Jede dritte befragte Firma meldet einen Umsatzrückgang. Im Vorquartal waren es lediglich 20 %. Immerhin 15 % der Betriebe verbuchen ein Umsatz­plus. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, fordert die Politik zum Handeln auf. „Auch wenn der Aufschwung im Handwerk solide und breit aufgestellt ist, darf dieser Erfolg nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Der Stillstand in der Steuerpolitik muss beendet werden.“ Vorrangig bestehe laut Wagner auf zwei Feldern dringender Handlungsbedarf: „Die kalte Progression wirkt gerade für familiengeführte Personenunternehmen und gut ausgebildete Fachkräfte als heimliche Steuererhöhung und ist leistungs­feindlich. Hier muss die Politik nachbessern. Darüber hinaus brauchen wir die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Ohne eine Steigerung der Energieeffizienz kann der Ausstieg aus der Atomkraft und damit die Energiewende nicht gelingen.“

Günstige Aussichten für die kommenden Monate

Die Zukunftsaussichten werden im schwäbischen Handwerk mit großer Zuversicht beurteilt. 92 % der Handwerksbetriebe rechnen mit einer guten oder befriedigenden wirtschaftlichen Lage ihres eigenen Unternehmens.Die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Umsatzentwicklung sind sehr hoff­nungsvoll. Knapp jeder dritte Betrieb rechnet mit einem Plus. Lediglich 13 % befürchten ein Minus. Ähnlich äußern sich die befragten Unternehmen zum prognostizierten Auftragseingang: 30 % gehen von einer Steigerung aus. Auch die Beschäftigung dürfte sich günstig entwickeln. 81 %der Unter­nehmen wollen ihre Mitarbeiterzahl halten und 13 % möchten zusätzliche Stellen schaffen.