Karoline-Goldhofer-KiTa eröffnet

Zur Einweihungsfeier der Karoline Goldhofer KiTa in Amendingen kamen zahlreiche geladene Gäste. Oberbürgermeister Manfred Schilder eröffnete die neue Kindertagesstätte und übergab sie „an die Kinder dieser Stadt“.

Mit Unterstützung der Goldhofer Stiftung wurde auf dem Gelände der ehemaligen Goldhofer Villa in Amendingen die neue Karoline Goldhofer KiTa eröffnet.

Leuchtturmprojekt für Memmingen

Nach einem Begrüßungslied der Krippenkinder lobte der Oberbürgermeister in seiner Begrüßungsansprache die Weitsicht der Unternehmerin Karoline Goldhofer. „Die Goldhofer-KiTa ist ein Leuchtturm-Projekt für Memmingen. Mit ihr wurde etwas geschaffen, das lange in die Zukunft wirken und das lange von sich reden machen wird“, betonte der Rathauschef. „Vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs an Krippen- und Kitaplätzen kam der Um- und Neubau der Goldhofer-KiTa gerade richtig“, meinte der Rathauschef und lobte die Weitsicht von Karoline Goldhofer-Prützel (1924-2013), die auf den Tag vor sechs Jahren verstorben war. Diese hatte in ihrem Testament verfügt, dass ihre Villa in eine Kindertageseinrichtung umgebaut werden und der Stadt Memmingen als Träger kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollte. Schilder dankte der Alois-Goldhofer Stiftung im Namen der Stadt für die Finanzierung dieses Projektes, den Architekten von „heilergeiger architekten und stadtplanern“ für die Planung und Ausführung und allen beteiligten Handwerkern für ihren Einsatz.

Eigentum verpflichtet

Dr. Robert Bachfischer, 1. Vorsitzender des Stiftungsbeirats der Alois Goldhofer Stiftung. Foto: Claudia Flemming
Dr. Robert Bachfischer, 1. Vorsitzender des Stiftungsbeirats der Alois Goldhofer Stiftung. Foto: Claudia Flemming

Dr. Robert Bachfischer, 1. Vorsitzender des Stiftungsbeirats der Alois Goldhofer Stiftung, bedankte sich vor allem bei der Stadt Memmingen für die Möglichkeit, die Reggio-Pädagogik als Erziehungsphilosophie der KiTa zugrunde zu legen. „Diese Pädagogik ist nicht neu, wurde aber 1992 von der New York Times als weltweit beste vorschulische Pädagogik bezeichnet. Wir vom Stiftungsvorstand sind der Auffassung, dass diese Pädagogik den Kindern in besonderem Maße gerecht wird. Sie basiert auf einem Menschenbild, das davon ausgeht, dass Kinder weniger auf ein Ziel hin erzogen werden sollen, sondern in ihrer individuellen Entwicklung begleitet und unterstützt werden müssen“, begründete Dr. Bachfischer den Entschluss des Stiftungsbeirats für dieses Konzept.

Alte Bausubstanz als historische Schicht

Mit viel Respekt vor dem Erbe von Frau Goldhofer startete 2015 der Um- und Neubau der Goldhofer Villa durch das Architektenbüro HeilerGeiger aus Kempten. Architekt Peter Geiger hob in seiner Ansprache vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Memmingen hervor, „deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen immer lösungsorientiert mit uns gearbeitet haben“. Beim Planungsentwurf gab es einiges zu beachten. „Ausgangspunkt für uns war die von der Stiftung ausgewählte Reggio-Pädagogik, die das Recyceln des Gebrauchten als hohen Wert und wichtiges Element der Pädagogik betrachtet“, führte Geiger aus.

Heute sind die drei Hauptbestandteile des Hauses, Garage, Schwimmbad und Wohnhaus voneinander getrennt, also ihre Verbindungsbauten entfernt. Somit wurden die in der Reggio-Pädagogik geforderten Gemeinschaftsflächen geschaffen, wie bei einer Stadt die Häuser die Piazza bilden. Für die hiesigen Witterungsverhältnisse konnte dies aber nicht unter freiem Himmel geschehen, daher wurde alles mit einer Fassade und Überdachung aus Polycarbonat umhüllt. Mit seinem Energiekonzept erfüllt das Haus heute bereits die Anforderungen des Klimaziels 2050. 

„Statt gegen die Schwächen des Bestandes zu arbeiten, werden die Stärken des Hauses betont und für die KiTa aktiviert“, erklärte Geiger. „Damit die alte Bausubstanz als historische Schicht erfahrbar bleibt“, so Geiger weiter.  Die Architekten orientierten sich hierfür wieder am Grundsatz der Reggio-Pädagogik, nicht mit den Schwächen, sondern mit den Stärken der Kinder zu arbeiten.

Karoline-Goldhofer-Kindertagesstätte (7) Foto: Claudia Flemming
Dekan Ludwig Waldmüller (li.) und Pfarrer Ralf Matthes (re.). Foto: Claudia Flemming

Dekan Ludwig Waldmüller und Pfarrer Ralf Matthes weihten die neue Karoline-Goldhofer-Kindertagesstätte feierlich ein.

Karoline-Goldhofer-Kindertagesstätte (6) Foto: Claudia Flemming
Kita-Leiterin Ursula Karst. Foto: Claudia Flemming

Kita-Leiterin Ursula Karst lud alle Anwesenden beim anschließenden Tag der offenen Türe dazu ein, sich die fertige KiTa in Ruhe anzusehen und die vielen Elemente des Konzeptes auch in den Räumlichkeiten zu entdecken. Sie und ihre Erzieherinnen hatten über alle Räume verteilt außerdem eine Ausstellung vorbereitet, die allen Interessierten die Reggio-Pädagogik näherbringen und erläutern sollte.

Karoline-Goldhofer Kindertagesstätte (2) Foto: Claudia Flemming
Zur Eröffnung ein Apfelbaum der Sorte „Elstar“: (v.l.): Dr. Friedrich Klank, Dr. Ivo Holzinger, Dr. Robert Bachfischer (alle drei im Vorstand des Goldhofer-Stiftungsbeirats), Oberbürgermeister Manfred Schilder, Architekt Peter Geiger und Kita-Leiterin Ursula Karst. Foto: Claudia Flemming

Die Jahreszeiten im Blick

Zum Abschluss der Einweihungsfeier wurde ein Apfelbaum der Sorte „Elstar“ im parkähnlichen Garten der KiTa gepflanzt, der es den Kindern im Sinne der Reggio-Pädagogik ermöglicht, den Verlauf der Jahreszeiten ebenso wie die Entwicklung von der Blüte zum Apfel zu beobachten und damit Kenntnisse über die Tier- und Pflanzenwelt zu gewinnen.

Platz für 62 Kinder

Im Mai 2019 hatten die Erzieherinnen mit den Kindern die neue Karoline-Goldhofer-Kindertagesstätte bezogen und mit Leben gefüllt. Insgesamt 62 Kinder, verteilt auf zwei Kindergartengruppen (zu je 25 Kindern) und einer Krippengruppe (12 Kinder) können hier zukünftig betreut werden. Die Verwendung des Gebäudebestandes, ein innovatives Energiekonzept und der Einsatz recycelbarer Materialien hat ein nachhaltiges Gebäude entstehen lassen. Zudem bietet der große Garten mit seiner Vielfältigkeit den Kindern viel Platz zum Erleben und Entdecken.

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