4720 Seiten Lernmaterial

Bestanden! Die Freude ist nicht zu übersehen bei den 26 Absolventen des Stationsleitungslehrgangs und ihrem Kursleiter Horst Maile (ganz rechts).Foto: Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen
Bestanden! Die Freude ist nicht zu übersehen bei den 26 Absolventen des Stationsleitungslehrgangs und ihrem Kursleiter Horst Maile (ganz rechts). Foto: Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen

4720 Seiten Lernmaterial und 98 begleitende Arbeitsdateien von bis zu 400 Seiten Länge – Dieses Pensum mussten sich die Teilnehmer des Lehrgangs zur Leitung einer Station am Klinikum Memmingen zu Gemüte führen. Mit einem Notendurchschnitt von 1,7 schlossen die 26 Krankenpflegemitarbeiter jetzt ihre berufsbegleitende Weiterbildung ab.


Der überregional anerkannte Lehrgang am Klinikum Memmingen, der Krankenpflegemitarbeiter zur Leitung einer Station ausbildet, erstreckt sich über ein ganzes Berufsjahr und umfasst 720 Weiterbildungsstunden. Er soll die Teilnehmer beispielsweise mit betriebswirtschaftlichem Wissen ausstatten, soll ihnen die Kontrolle von Arbeitsabläufen erleichtern und ihre Kompetenzen in Schwerpunkten wie Personalführung und Qualitätssicherung erweitern.
„Finanzielle Belastungen, Freizeiteinschränkungen und zum Teil lange Fahrzeiten“, zählte Pflegedirektor Hans-Jürgen Stopora die vielen Belastungen auf, welche die Absolventen auf sich genommen hatten. Dabei fehlten die Kursteilnehmer ein halbes Jahr auf ihren jeweiligen Stationen, was dort von den Kollegen aus der Pflegschaft kompensiert werden musste.
Geprüft und kontrolliert wird der berufsbegleitende Weiterbildungslehrgang von der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft, kurz DKG, die mit strengen Kriterien darauf achtet, dass die Kursinhalte einem hohen Niveau und hoher Aktualität entsprechen: „Denn eine Station leitet man nicht einfach so nebenher“, betonte Ulrike Reus von der DKG, die extra aus Berlin zur Abschlussfeier nach Memmingen gereist war. „Für eine erfolgreiche Stationsleitung ist eine Weiterbildung unabdingbar“, erklärte die Gesundheitswissenschaftlerin und gab den 26 Absolventen, die noch tags zuvor über ihren Abschlussprüfungen geschwitzt hatten, wertvolle Leitsätze mit auf den Weg: „Ziele und Probleme rasch kommunizieren – Mitarbeiter wertschätzen – zielführend organisieren und kontrollieren – Misserfolge weder dramatisieren noch bagatellisieren.“
Seit dem Jahr 1991 wird der Leitungslehrgang am Klinikum Memmingen angeboten. Dabei hat keiner der bisher neun vorherigen Kurse so gut abgeschnitten wie dieser.
„The best ever!“ freute sich mit den Absolventen Kursleiter Horst Maile aus der Pflegedienstleitung, der „stets mit großem Enthusiasmus und Impetus die Kurse durchführt und gestaltet und dabei keine Ermüdungserscheinungen zeigt“, wie Maile von dem Ärztlichen Klinikdirektor Professor Dr. Albrecht Pfeiffer gelobt wurde. „Dass an unserem Haus solche hochkarätigen Weiterbildungskurse stattfinden können, ist etwas Besonderes“, betonte Pfeiffer.
Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger übergab den erfolgreichen Teilnehmern die Abschlusszertifikate und musste, wie die vielen anderen Festgäste im Saal, schmunzeln über die humorvollen Worte von Kurssprecher Peter Königsberger, der mit viel Witz den starken Zusammenhalt im Kurs – das „Füreinander und Miteinander“ – beschrieb und sich bei der Klinikleitung für die finanzielle Unterstützung bedankte: „Wir wissen, der Lehrgang hat wieder viel Geld gekostet“, betonte Königsberger stellvertretend für die 26 Absolventen, von denen 15 dem Memminger Klinikum und elf umliegenden Krankenhäusern aus Kempten, Kaufbeuren, Immenstadt, Ravensburg oder Friedrichshafen entstammen.