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Weltmarktführer GELITA 40 Jahre am Standort Memmingen

Weltmarktführer GELITA 40 Jahre am Standort Memmingen

Von der Manufaktur zum Industriebetrieb

GELITA Memmingen in der Alpenstraße. Foto: Claudia Flemming
GELITA Memmingen in der Alpenstraße. Foto: Claudia Flemming

Memmingen, 2. Juni 2016 (cf). Die GELITA AG,  weltweit führender Hersteller von Kollagenproteinen, feiert im Memminger Werk in der Alpenstraße ihr 40-jähriges Bestehen. GELITA hat sich auf die Gewinnung des Vorprodukts Ossein aus Frischknochen spezialisiert. Seit 2016 erfolgt die Spezialisierung auf Rinderknochen.  Daraus werden Gelatine für hochwertige Pharmaanwendungen, aber auch Kollagenpeptide für Gesundheitsanwendungen hergestellt. Das GELITA Werk ist nach den neuesten Qualitäts- sowie Umweltstandards zertifiziert und bestens für die Zukunft aufgestellt.

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40 Jahre Unternehmensentwicklung

Michael Teppner und Othmar Berger GELITA Foto claudiaflemmingPR
Michael Teppner (links) und Othmar Berger, GELITA AG, Foto: claudiaflemmingPR

In einem Pressegespräch blickten  Michael Teppner, Global Vice Präsident GELITA AG und Othmar Berger, langjähriger Werksleiter im Werk Memmingen, auf vier Jahrzehnte Unternehmensentwicklung zurück. Thomas Zettl, der in diesem Jahr die Werksleitung der GELITA AG Memmingen übernommen hat und bereits seit 1. März 2013 Technischer Leiter ist, konnte persönlich an dem Pressegespräch nicht teilnehmen, war aber per Telefonkonferenz zugeschaltet. Auf dem ehemaligen Werksgelände des Unternehmens Pfeffer, Hersteller von Leim und Gelatine, übernahm die GELITA AG in den Jahren 1974/75 den Standort und baute die Produktion neu auf. Nach jahrelangen Entwicklungsprozessen werden heute jährlich 160.000 Tonnen Rohstoffe im Werk Memminger verarbeitet. Die ursprüngliche Geruchsbelästigung durch den Verarbeitungsprozess von Knochen konnte vollständig beseitigt werden. Heute sorgt ein eigenes Logistikunternehmen für die richtige Ware zur richtigen Zeit. Die Entwicklung von Biofiltern in der Bio-Beetanlage erzeugt  heute für ein Geruchsbild, das man allgemein mit dem Geruch von Rindenmulch vergleichen kann.

Michael Teppner (links) und Ohmar Berger im Pressegespräch. Foto: claudiaflemmingPR
Michael Teppner (links) und Ohmar Berger im Pressegespräch. Foto: claudiaflemmingPR

Produktion ohne Abfälle

Gelatine und Kollagenpeptide bestehen aus kollagenen Proteinen, die aus natürlichen tierischen Rohstoffen, Nebenprodukten der Fleischerzeugung wie Rinderhaut, Schweineschwarten und Knochen, gewonnen werden. Das GELITA Werk in Memmingen hat sich auf die Verarbeitung von Frischknochen spezialisiert. In mehreren Prozessschritten wird aus den frischen Knochen das Vorprodukt Ossein extrahiert. Dieses verarbeitet GELITA an anderen Standorten in erster Linie weiter zu Gelatine für hochwertige pharmazeutische Anwendungen. Denn die besondere Kollagenstruktur der Knochengelatine sorgt dafür, dass die Gelatinekapseln, die die pharmazeutischen Wirkstoffe vor Sauerstoff und Licht schützen, mindestens zwei Jahre lang stabil und elastisch bleiben.

Erhalt der Gesundheit und der Mobilität durch Peptide

Aus dem Ossein werden weiterhin Kollagenpeptide hergestellt, die im menschlichen Körper bestimmte Zellen stimulieren, Kollagen zu produzieren. Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Protein im menschlichen Körper (30%). Es sorgt für straffe Haut, belastbare Gelenke und starke Knochen. „Die positive Wirkung der Kollagenpeptide auf Haut, Gelenkknorpel und den Knochenaufbau ist durch klinische Studien belegt“, erläutert Michael Teppner Global Vice President Marketing und Communication. „Sie tragen zum Erhalt der Gesundheit und der Mobilität bis ins hohe Alter bei. So stellt das Ossein, das in Memmingen gewonnen wird, die Basis für äußerst hochwertige Produkte dar.“ Weil Kollagen ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers ist, enthalten kollagene Proteine zudem keine Allergene.

Othmar Berger, ehem. Werksleiter von GELITA Memmingen. Foto: claudiaflemmingPR
Othmar Berger, ehem. Werksleiter von GELITA Memmingen. Foto: claudiaflemmingPR
Nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen

Bei der Herstellung von Ossein fallen auch Mineralien, Fett sowie Proteine an, die nicht gelierfähig sind. Das Werk Memmingen hat komplexe Prozesse entwickelt, um auch daraus Produkte in guter Qualität herstellen und vermarkten zu können. Sie sind unter anderem in der Agrarwirtschaft als Futter- oder Düngemittel sehr beliebt. „Wir verwerten die eingesetzten Rohwaren zu einhundert Prozent“, so Michael Teppner.

“Wir sind Lebensmittel”

„Wir leisten damit einen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften in der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft. Wir sind Lebensmittel”.

Moderne Produktion

GELITA übernahm das Werk im Jahr 1974 von Pfeffer, einem Hersteller von Gelatine und Leim. Durch die vertikale Integration wollten die Verantwortlichen sicherstellen, dass das Vorprodukt Ossein für die eigene Produktion immer in der benötigten Menge und Qualität zur Verfügung steht. „Zum Beispiel ist es für die Herstellung von Arzneimittelkapseln im medizinischen Sektor entscheidend, dass die strengen Kriterien hundertprozentig eingehalten werden“, führt Thomas Zettl aus, seit Anfang Januar 2016 Werksleiter in Memmingen.

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Moderner und automatisierter Industriebetrieb

Die Produktion wurde nach der Übernahme durch GELITA komplett neu aufgebaut, 1976 nahm das Werk den Betrieb auf. Seither wurden Anlagen, Prozesse und Abläufe kontinuierlich modernisiert und optimiert. In den vergangenen 40 Jahren hat sich das Werk zu einem modernen und automatisierten Industriebetrieb gewandelt. Die verarbeitete Rohstoffmenge erhöhte sich von 30.000 Tonnen im Jahr 1980 auf 160.000 Tonnen im Jahr 2015. Während früher viel Handarbeit erforderlich war, wird heute nahezu der gesamte Produktionsprozess von der Leitwarte aus gesteuert und überwacht. Das Qualitätssicherheitssystem im Werk ist nach ISO 9001 (Qualität) und FSSC 22001 (Produktsicherheit) zertifiziert, die Produktion entspricht dem neuesten Stand der Technik und ist nach ISO 14001 (Umwelt) sowie ISO 50001 (Energiemanagement) zertifiziert. Mit den Verantwortlichen der Stadt Memmingen arbeitet GELITA eng in Sachen Umwelt zusammen.

Arbeitswelt im Wandel

74 Mitarbeiter sind im GELITA-Werk Memmingen tätig. Mit dem Wandel in der Produktion entstanden neue, anspruchsvolle Tätigkeitsfelder wie die des Prozess- und des Betriebsingenieurs. Während der Prozessingenieur prüft, wie bestehende Arbeitsabläufe, Produktionsschritte und der Umgang mit Ressourcen durch den Einsatz neuer Technologien optimiert und damit nachhaltiger gestaltet werden können, managt der Betriebsingenieur die dafür notwendigen Investitionen. Das Unternehmen bildet am Standort Maschinenanlagenführer für Lebensmitteltechnik aus und betreibt ein eigenes Labor für die Qualitätskontrolle.

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Frischegarantie durch eigene Logistik

Um sicherzustellen, dass die eingesetzten Rohstoffe immer frisch sind, hat GELITA in Memmingen auch ein eigenes Logistikunternehmen gegründet, die Rohlog GmbH, die weitere 44 Mitarbeiter beschäftigt „Qualität fängt bei GELITA bereits beim Abholen der Rohwaren an“, so Zettl. „So stellen wir sicher, dass nur Ware in Topqualität verarbeitet wird.“ Alle Fahrer werden diesbezüglich regelmäßig geschult. Ebenso werden sie in punkto Sicherheit und Umweltaspekten, wie einem Sprit sparenden Fahrstil, trainiert.

Investitionen in Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Unternehmen prüft GELITA kontinuierlich, wie es die Folgen seines Wirkens auf die Umwelt reduzieren kann. Das Werk Memmingen hat beispielsweise den Verbrauch an Gas von 700 kWh pro Tonne verarbeitetem Rohmaterial im Jahr 1980 auf 413 kWh pro Tonne im Jahr 2015 reduziert. Bei der energetischen Optimierung des Produktionsprozesses setzt das Werk Memmingen auch auf effiziente Antriebstechnik. Biofilter reinigen die beim Entfetten von Frischknochen entstehende Abluft, damit es zu keiner Geruchsbelästigung kommt. Ein Unterdruckgebläse in jedem Biofilter saugt die Luft aus den Räumen ab und bläst sie in ein mit Rinde-Holz-Hackschnitzel gefülltes Filterbeet. Die früheren Gebläsemotoren wurden durch eine Antriebslösung mit Synchronreluktanzmotor und Frequenzumrichter ersetzt.

Energieeffizienz

„Durch den Frequenzumrichter kann der Unterdruck im System mit der Drehzahl des Lüfters geregelt werden“, erläutert Zettl. „So können wir den Lüfter immer mit der optimalen Drehzahl fahren, was im Vergleich zu einem konventionellen Antrieb, der mit konstanter Drehzahl läuft, viel effizienter ist.“ Pro Jahr und Motor spart das Werk Memmingen dadurch 163.000 kWh Strom. Außerdem reduziert sich der jährliche CO2-Ausstoß um 196 Tonnen. Weitere Optimierungsmaßnahmen sind in der Umsetzung: „Derzeit bauen wir geregelte Antriebe in die Rührwerke der Behälter zum Ausfällen der mineralischen Produkte ein“, so Zettl. „Drei von sechs sind bereits installiert, die andere Hälfte folgt in diesem Jahr. Pro Jahr und Rührwerk beträgt die Einsparung etwa 50.000 kWh.“ Auch in anderen Bereichen investiert das Werk in nachhaltiges Wirtschaften, beispielsweise werden 2016 und 2017 Leuchtstofflampen durch LED Lampen ersetzt.

Zeichen stehen auf Wachstum

Nicht nur im Bereich Energieeffizienz hat sich Zettl ambitionierte Ziele gesetzt. Er will auch zukünftig neue Technologien aufspüren, um noch verborgene Kapazitätsreserven zu erschließen und um Rohstoffe noch nachhaltiger verwerten zu können. Dafür will er weitere Arbeitsplätze z. B. für Anlagenprogrammierer und Prozessingenieure schaffen. Neben der Intensivierung der Produktion plant er, nachgelagerte Produktionsschritte nach Memmingen zu holen, um dort beispielsweise auch hochwertige Kollagenpeptide selbst produzieren zu können.

Hier finden Sie weitere Informationen zur GELITA AG.

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