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Memmingen: Massiver Widerstand gegen das Baugebiet „Neue Priel“

Memmingen: Massiver Widerstand gegen das Baugebiet „Neue Priel“

Wolfgang Hesser, Sprecher IG-Amendingen NORD, Foto claudiaflemmingPR
Memmingen: Massiver Widerstand gegen das Baugebiet „Neue Priel“

Memmingen, 10.04.2015

385 Bürger unterstützen lange Liste der Einwendungen

IG-Amendingen-Nord übergibt umfangreiche Einwendungen gegen “Neue-Priel”

Wolfgang Hesser, Sprecher der IG-Amendingen-Nord, hat mit Ablauf der gesetzlichen Auslegungsfrist im laufenden Planungsverfahren zum Baugebiet „Neue Priel“ am nordöstlichen Ortsrand von Amendingen eine von insgesamt 385 Bürgern unterzeichnete und mit 24 Seiten und neun Anlagen umfassende Liste mit Einwendungen gegen das Projekt bei der Stadtverwaltung eingereicht. Wie bereits mehrfach berichtet will ein Investor trotz der an dieser Stelle besonders schwierigen Untergrundverhältnisse sechs viergeschossige Wohnblocks mit Flachdach auf der grünen Wiese, direkt neben Ein- und Zweifamilienhäusern mit Satteldach, errichten. “Das Grundwasser ist in gerade diesem Bereich durch eine Torfschicht eingespannt. Wird diese Schicht verletzt, z. B. beim Setzen der offenbar geplanten 250 Bohrpfähle, besteht eine besonders hohe Gefahr für den vorhandenen Altbaubestand durch Setzungen mit möglicherweise extrem hohen Schäden in der Folgezeit” führt Hesser aus. Eine befriedigende Haftungsregelung für diesen Fall sei nach den ausgelegten Unterlagen weiterhin nicht vorgesehen.

Wolfgang Hesser, Sprecher IG Amendingen NORD, Foto claudiaflemmingPR
Besprechung mit den Zeugen vor der Abgabe (Foto: Claudia Flemming)

 

Bürger verärgert – Informationen werden zurückgehalten

Besonders verärgert hat viele Anwohner die bisherige Verhaltensweise der Stadtverwaltung. So wurden weder bei der ersten Anhörung vor rund einem Jahr noch zu Beginn der jetzigen Anhörung nicht alle Unterlagen ausgelegt. Deshalb wurde die bereits angelaufene Frist kurzerhand für beendet erklärt und ein neuer Fristlauf, diesmal mit allen Unterlagen, angesetzt. Bedingt durch die Osterferien waren allerdings viele Bürger ortsabwesend. Bekannt wurde erst jetzt die Stellungnahme des Landesamtes für Umwelt in Augsburg vom Januar 2014, in der auf einen möglicherweise erhöhten, in der Molasseschicht eingebundenen natürlich vorhandenen Arsengehalt hingewiesen werde. Dieser Stoff könne, z. B. bei Eingriffen durch die Baumaßnahme, freigesetzt werden. Daher rät die Behörde, Eingriffe in die betroffenen Böden weitestgehend zu vermeiden. Ebenfalls erst jetzt bekannt wurde die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, das u. a. darauf hinweist, dass aus statischen Gründen der Druckwasserspiegel des Grundwassers erhalten bleiben müsse.
Die Situation in Amendingen sei im Vergleich zu anderen Baugebieten völlig anders gelagert und sehr komplex.

Stadträte entscheidenüber Schicksal der Bürger

Wolfgang Hesser prüft den Bebauungsplan A31 Foto claudiaflemmingPR
Wolfgang Hesser prüft den Bebauungsplan A31 Foto claudiaflemmingPR

 

Letztlich werden die Stadträte über das Schicksal des Baugebiets und der Bürger entscheiden. Laut Hesser waren die Bürger teilweise sehr erstaunt über das eher zurückhaltende Interesse vieler Stadträte an den Gesprächsangeboten und den Informationsveranstaltungen der Interessengemeinschaft (IG). Durch die umfangreiche Aufklärung über die Risiken will die IG im Vorfeld alles versuchen, ein Klageverfahren gegen einen Genehmigungsbeschluss zu vermeiden.

IG erteilt dem Bauvorhaben klares NEIN

“Die Rechtsvertretung der IG prüfe alle Haftungsansprüche gegen Stadträte, sollte es trotz der festgestellten, vielfältigen Bedenken von beteiligten Behörden und der vorhandenen Gutachten zu Schäden oder sonstigen finanziellen Einbußen bei den Bürgern kommen” so Hesser abschließend.

Weitere Informationen auch unter

Website der IG Amendingen NORD

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