Architekturpreis: Memmingen überzeugt mit “baulicher Mitte”

By | 18. Februar 2016

Architekturpreis: Memmingen überzeugt mit “baulicher Mitte”

Roland Gruber Vorsitzender LandLuft; Gerhard Pahl, Vorsitzender Architekturforum Allgäu; Mathias Rothdach, Projekleiter und Stadtplaner; Kerstin Uliana, Kommunikationsteam; Günter Zeile; Kommunikationsteam Sabine Braun, Kommunikationsteam; Alexandra Störl Kommunikationsteam und perspektive memmingen; Josef-Martin Lang, Vorstandsmitglied der Siebendächer Baugenossenschaft; Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und Laudator und Ex-Bürgermeister von Weyarn, Michael Pelzer bei der Vergabe des Baukulturgemeinde- Sonderpreises an die Stadt Memmingen in Wildpoldsried. Foto: Architekturforum Allgäu

Roland Gruber Vorsitzender LandLuft; Gerhard Pahl, Vorsitzender Architekturforum Allgäu; Mathias Rothdach, Projekleiter und Stadtplaner; Kerstin Uliana, Kommunikationsteam; Günter Zeile; Kommunikationsteam Sabine Braun, Kommunikationsteam; Alexandra Störl Kommunikationsteam und perspektive memmingen; Josef-Martin Lang, Vorstandsmitglied der Siebendächer Baugenossenschaft; Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und Laudator und Ex-Bürgermeister von Weyarn, Michael Pelzer bei der Vergabe des Baukulturgemeinde- Sonderpreises an die Stadt Memmingen in Wildpoldsried. Foto: Architekturforum Allgäu

Baukultur gewinnt! – „So schön ist es bei uns“
Sonderpreis für Memmingen
Vergangene Woche wurde zum ersten Mal der ‘Baukulturgemeinde-Preis Allgäu’ vergeben. Damit zeichnete das Architekturforum Allgäu in Kooperation mit dem österreichischen Verein LandLuft Gemeinden aus, bei denen Baukultur zentraler Bestandteil der Ortsentwicklung ist.
Memmingen erhielt im Rahmen dieser Veranstaltung einen Sonderpreis. Mit dem Sonderpreis möchte die Jury die Bemühungen Memmingens um seine bauliche Mitte würdigen. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger freute sich sehr über diese Auszeichnung und lobte bei der Übergabe ausdrücklich die gute Kooperation aller von den Baumaßnahmen betroffenen Akteure.
Vorbildhaft sieht die Jury neben anderen wichtigen baukulturellen Maßnahmen vor allem die „konsequente Auseinandersetzung mit dem historischen Stadtkern rund um die Fußgängerzone“, so der Laudator und Ex-Bürgermeister von Weyarn, Michael Pelzer.



Projektleiter und Stadtplaner Mathias Rothdach betonte bei dieser Gelegenheit die Funktion der Innenstadt: „Die Innenstadt ist der zentrale Sozialisationsraum, da trifft man alle Teilnehmer der Stadt. Es geht um mehr als nur eine Einkaufsachse“. So führten mehrere Wettbewerbe zu einem öffentlichen Raum von hoher funktionaler und gestalterischer Qualität. Hinterlegt mit einer wissenschaftsplanerisch betriebenen Langfriststrategie und unter Mitwirkung der ansässigen Geschäftsleute und interessierter Bürgerinnen und Bürger. Auch im Hinblick auf die in vielen vergleichbaren Orten vorhandene Leerstandsproblematik bietet die Stadt vielversprechende Lösungsansätze. „Baukultur ist inzwischen in Memmingen Teil des neuen Selbstverständnisses der Stadt geworden“, lobte die Jury das Engagement Memmingens.
Memmingen hat sich gewandelt. „Fußgänerzone ist „in““. „Wo´s vorher 300 Außenbestuhlungen gab, sind jetzt 1.500 entstanden“, schwärmt Projektleiter und Stadtplaner Mathias Rothdach. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger ergänzt, dass damit „in einer Zeit zunehmender Anonymität des Onlinehandels nun unsere Fußgängerzone noch mehr zum Verweilen und sich Begegnen in unserer schönen Stadt einlädt“.
Auch Josef Martin Lang, Vorstandsmitglied der Siebendächer Baugenossenschaft, setzt bei allen innenstadtrelevanten Entwicklungen auf ein Miteinander aller betroffenen Akteure sowie eine nachhaltige Strategie: „Wichtig sind langfristige Perspektiven, schlüssige Konzepte und gute Gestaltung“. Dies zeigt sich ganz aktuell in der Neugestaltung des Schrannenplatzes und des Elsbethenareals, das die Siebendächer Baugenossenschaft im Rahmen einer privat-öffentlichen Partnerschaft erfolgreich “zur neuen Mitte“ Memmingens entwickelte. Sowohl die Stadt Memmingen als auch die Baugenossenschaft setzen bei diesen bedeutungsvollen Innenstadtentwicklungen auf Bürgerbeteiligung. Dies begann bereits 2003 mit dem nachhaltigen Bürgerbeteiligungsprozess, der „perspektive memmingen“ .
Bürgerbeteiligung und Anliegerbeteiligung, also für das Miteinander aller Betroffenen, rief die Stadt Memmingen auch bei der Sanierung der Fußgängerzone ein „Kommunikationsteam“ ins Leben. Wichtig war den Verantwortlichen, dass die Fußgängerzone auch während der Bauzeit nutzbar und erlebbar bleibt und vor allem auch, dass alle wichtigen Informationen zur Baumaßnahme die Betroffenen auf kurzen Wegen erreichen. Hierzu überlegten sich die Mitglieder des Kommunikationsteams, das aus Projektleiter, Geschäftsleuten, Anwohnern, Eigentümern und Gewerbetreibenden bestand, die entsprechenden Maßnahmen.
Alexandra Störl, Koordinatorin der perspektive memmingen und Mitglied im Kommunikationsteam, erwähnt an dieser Stelle den „Roten Teppich“. Dieser signalisiert dem Besucher nicht nur, dass die Memminger Händler für ihn den „roten Teppich“ ausgerollt haben, sondern er fungiert auch als eine Art „Laufleitsystem“, das die gangbaren Wege visualisiert. „Wir wollen die Baustelle positiv angehen. Den Kunden signalisieren wir, wir sind erreichbar und offen für Neues. Alles ist da und es ist immer was los.“
Projektleiter Mathias Rothdach verweist an dieser Stelle auch auf die zahlreichen Informationsstände, die die Passanten in der Fußgängerzone immer wieder über den aktuellen Baufortschritt informierten.
Die Preisträger-Gemeinden konnten in beeindruckender Weise darstellen, welche Dynamik für die Ortsentwicklung von den jeweils getroffenen Maßnahmen ausging und dass Baukultur den innerörtlichen Gemeinschaftssinn und die Identifikation mit dem Ort in besonderem Maße stärkt. In diesem Sinne konstatiert LandLuft Vorsitzender Roland Gruber: „Glückwunsch an Memmingen!“