8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger

By | 14. März 2016

8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger

8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger. Foto: Claudia Flemming

8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger. Foto: Claudia Flemming

 

Mindelheim, 12.03.2016 (cf). Über 80 Aussteller präsentierten sich mit mehr als 160 verschiedenen Berufen auf dem Gelände der Mindelheimer Berufsschule. Der 8. Mindelheimer Berufsinformationstag lockte Tausende Besucher auf das Ausstellungsgelände. Zu entdecken gab es  neben einer Vielzahl von Ausbildungsberufen auch Angebote zur akademischen Bildung. Veranstalter ist der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Mindelheim.

Duale Ausbildung im Blick

Das Angebot der Nachwuchskampagne richtete “seinen Blick auf den Bedarf der Wirtschaft”, so Reinhard Vetter, Gastgeber und Hausherr der Beruflichen Schulen in Mindelheim. Man dürfe nicht den Fehler machen, die berufliche Bildung gegen die akademische Bildung auszuspielen, so Vetter in seiner Begrüßungsrede. “Wir brauchen einen guten Ausgleich zwischen beiden Ausbildungen” betonte Vetter. Die Berufsschulen in Mindelheim und im Unterallgäu stehen vor weitreichenden Herausforderungen. “Digitalisierung, Technische Innovation, Industrie 4.0, Demographischer Wandel und die Flüchtlingskrise stehen auf der Agenda”, so Vetter weiter. Im kommenden Schuljahr sollen zusätzlich zu den bestehenden 9 Klassen mit Asylbewerbern weitere 6 Klassen gebildet werden. Dies sei “eine große Herausforderung in Bezug auf den Lehr- und Raumbedarf” betonte Vetter. Nach seiner Einschätzung reichen zwei Jahre in der Berufsvorbereitung (Vermittlung der deutschen Sprache und Integration) nicht aus, um jugendlichen Asylbewerbern zwischen 16 und 21 Jahren den Einstieg in eine Ausbildung zu ermöglichen. Vetter hofft auf weitere Unterstützung durch Bund, Land und Kreis.

8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger. Foto: Claudia Flemming

8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger. Foto: Claudia Flemming

Für ein Gelingen in der Berufsorientierung

“Keinen Jugendlichen verloren gehen lassen” will Bertram Hörtensteiner, Vorsitzender Schule vom Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT. Das Angebot vom 8. Berufsinformationstag in Mindelheim sei eine besondere Möglichkeit für Jugendliche, sich Informationen über Berufsbilder zu verschaffen und “eine Kontaktplattform für Unternehmer, den künftigen Azubis zu begegnen” so Hörtensteiner.

“Geballtes Wissen”

“Geballtes Wissen liegt bereit, um Jugendliche bei der Berufswahl zu unterstützen”, freute sich Dr. Stephan Winter, Bürgermeister der Stadt Mindelheim über das Angebot der Ausbildungsmesse. Dr. Winter überbrachte die Grüße von Landrat Hans-Joachim Weirather, der an der Eröffnungsveranstaltung aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen konnte.

8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger. Foto: Claudia Flemming

8. Berufsinformationstag in Mindelheim: Kontaktplattform für Berufseinsteiger. Foto: Claudia Flemming

Einmaliges Angebot aus Theorie und Praxis

Franz Pschierer, Staatssekretär und MdL, lobte die herausragende Stellung des Wirtschaftsstandortes Unterallgäu. Mit Blick auf die 71 Landkreise in Bayern sei die Ausbildungsmesse in Mindelheim ein einmaliges Angebot zur Berufsorientierung. Die duale Ausbildung sei “einmalig in der Welt und eine ideale Kombination aus Theorie und Praxis” betonte Pschierer. Berufswahlentscheidungen werden auch heute noch im Elternhaus getroffen. Eine ideale Hilfestellung bei der Berufsfindung ermöglicht das Internetportal “Elternstolz“, eine Gemeinschaftsaktion der Bayerischen Industrie- und Handelskammern, der Bayerischen  Handwerkskammern und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

Gute Bildung kann heute jeder haben

Zum Wintersemester 2015 gab es erstmals mehr Studienanfänger als Azubis. Mit 500.000 Anmeldungen an deutschen Universitäten im Gegensatz zu 470.000 neue Azubis zeichnet sich ein Trend zur akademischen Bildung ab. Markus Anselment, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Schwaben, warnte vor einer zunehmenden Akademisierung im Berufsleben. Mit Blick auf die heimische Wirtschaft, in der fast jeder zweite Arbeitsplatz im produzierenden Gewerbe liege, braucht die Region Nachwuchs aus der dualen Ausbildungsschiene. “Heutzutage kann sich der Jugendliche die Ausbildung aussuchen, aber wir brauchen auch ein Gleichgewicht in der Gesellschaft” unterstrich Anselment in seinem Impulsreferat. Er verwies hier auf die Kampagne “Lehre macht Karriere” der IHK Schwaben. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass 50% der Bachelor-Absolventen keine adäquate Anstellung gefunden haben und auch die Verdienstmöglichkeiten mit akademischem Abschluss sind im Vergleich zur dualen Ausbildung in den ersten 3-5 Jahren geringer.

Jugend ist unsere Zukunft

Iris Rienks, Gebietsdirektorin Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim und Vorsitzende Wirtschaft im AK SCHULEWIRTSCHAFT lobte das Zusammenspiel zwischen Betrieben, Schulen und der Stadt Mindelheim und dankte den 14 Sponsoren der Veranstaltung. “Unsere Jugend ist unsere Zukunft” unterstrich die Vorsitzende mit Blick auf den Ausbildungsstandort Unterallgäu. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsveranstaltung vom A-cappella-Chor “5 ohne Namen“.